• Schlosspark, Quelle Jeanette Lehmann

    Sehenswertes

    In Rheinsberg und Umgebung

Schloss und Schlosspark

Schloss Rheinsberg

Friedrich Wilhelm I. schenkte seinem Sohn Friedrich dieses Schloss im Jahr 1734. Schloss Rheinsberg entstand in der frühen Form des Rokoko. Eine Besonderheit des Schlosses ist der Spiegelsaal mit einem Deckenbild von Antoine Pesne. 1744 schenkte Friedrich das Schloss seinem Bruder Heinrich, der es ab 1752 für seine eigene Hofhaltung nutzte. Besonders Musiker und Philosophen nutzten dieses Schloss als künstlerische Heimat. 1802 nach dem Tod Heinrichs bis 1945 blieb das Schloss Rheinsberg ungenutzt. Von 1953 bis 1991 diente es als Diabetiker-Sanatorium. Seit 1991 ist das Schloss ein Museum und Veranstaltungsort für Konzerte.

Kavalierhaus und Schlosstheater

Für die Bediensteten des Schlosses wurde ab 1738 das Kavalierhaus erbaut. Unter der Leitung von Kronprinz Heinrich wurde das Kavalierhaus umgebaut und als Gästehaus genutzt. 1774 wurde seeseitig das Schlosstheater angebaut. Seit 1991 wird dieser Gebäudekomplex von der Bundesmusikakademie Rheinsberg genutzt und betrieben.

Wartturm

Mitte des 18. Jh. wurde im Auftrag Friedrich II. dieser Turm auf dem Krähenberge (116,6 üNN) erbaut. Mit einem direkten Blick zum Schloss diente der Turm als Wachposten, um Besuche des Vaters rechtzeitig anzukündigen. Nachdem das Schloss im 19. Jh. seine Bedeutung verlor, blieb auch der Turm ungenutzt und verfiel. Seit dem Sommer 2002 ist er durch umfassende Restaurierungen wieder für Besucher zugänglich.

Schlosspark

Der von Georg Wenzeslaus von Knobelsdorf und Karl Friedrich Glume entworfene Schlosspark stellt eine Verbindung von der Schlossanlage zur märkischen Landschaft her. Der Park wurde im Laufe des 18. Jh. durch zahlreiche Zierbauten ergänzt. Dazu zählen u.a. die Feldsteingrotte, das Heckentheater, der Obelisk und der Orangeriepavillon.

Altstadt

Rheinsberg Denkmal des Kronprinzen Friedrichs

Die vom Berliner Bildhauer Gottlieb Elster geschaffene Bronzeskulptur wurde 1903 vor dem stadtseitigen Eingang zum Schlosspark aufgestellt. Von 1950 bis 1995 wurde das Denkmal ausgelagert. Durch großzügige Spenden konnte es 1995 wieder aufgestellt werden.

Postmeilensäule

Seit 1765 verkündet die Postmeilensäule Reisedaten und Entfernungen der Postkutschenwege nach Wittstock und Berlin. Seit der Restaurierung im Jahr 2000 sind dort alte Stadtpläne Rheinsbergs und Entfernungen zu wichtigen europäischen Städten zu finden.

St. Laurentiuskirche

Evangelische Stadtpfarrkirche St. Laurentius
Schutzpatron der Armen und Kranken

Foto: Epitaph Achim und Anna v. Bredow, Ausschnitt, 1914 (Foto: Kunstdenkmäler)

Vorgänger- und Erweiterungsbau:

  • 2. H. 13. Jh. Saalkirche (Chor) mit nördl. Sakristei (Feldstein)
  • um 1300 Kirchenschiff (Feldstein), um 1500 südliche Vorhalle (Backstein)
  • 1566 Dachstuhl u. Holzbalkendecken durch Stadtbrand vernichtet
  • 1568 Wiederaufbau und Neugestaltungder Kirche durch Achim von Bredow mit Kreuzgratgewölben auf Achteckpfeilern
  • 1580 Errichtung Westturm (Backstein)
  • 1635 und 1740 obere Turmbereiche durch Brände zerstört
  • Fassade wohl seit dem 18. Jh. verputzt

Innenausstattung:

  • 1568 Kanzel erneuert; um 1570 Taufstein aus Terrakotta; 1576 Altarretabel auf gotischer Mensa
  • Predella Hl. Abendmahl mit Luther, Melanchthon und Stifter Achim v. Bredow
  • mehrere Grabplatten aus dem 16. Jh.
  • 1586/1596 Epithaphien der Fam. v. Bredow
  • 1766/67 Orgel, Gottlieb Scholtze, Neuruppin
  • 1994 zweite, moderne Orgel

Alte Schule

Foto: Das Schulhaus und die Kirche, Kupferstich L. Schütze nach F. Behnke, um 1830
(Quelle: SPSG, Plansammlung)

Fassade:

  • 1743 Neubau der Bürgerschule als siebenachsiges Fachwerkgebäude an der Seestraße.
  • 1835/36 Umbau und Erweiterung um Flügel zur Kirchstraße.
  • 1858 Fassaden verputzt.
  • 1913 Bezug der neuen Stadtschule in der Schloßstraße.
  • 1945 mittlerer Gebäudeteil an der Kirchstraße durch Bomentreffer zerstört.
  • 1954 Wiederaufbau unter Berücksichtigung der historischen Fassadengliederung.

Innen:

  • Raumstruktur im 19. und 20. Jh. verändert.
  • Unterrichtsräume sowie Lehrer- und Küsterwohnung.
  • Bauzeitliches Treppenhaus und offener Rauchfang einer sogenannten Schwarzen Küche bewahrt.
  • Nutzung:
    • 1915 -31 Jugendherberge des Bundes Jungdeutschland und bis 1943 des Jungendherbergsverbandes
    • 2004 denkmalgerechte Sanierung und altersgerechte Wohnnutzung.

Rheinsberger Zeitung

Foto: Ausgabe von 1914 und Hausreklame, Zustand 2005 (Quelle: SGR e.V.)

Fassade:

  • Ende 19. Jh. als massives Eckhaus mit schmiedeeisernem Balkon neu errichtet. Die Initialen „JM“ verweisen wohl auf den Bauherrn und Berliner Rentier Johann Marzinkowski.
  • Bis 2011 an der Ecke noch die historische Reklame für die Rheinsberger Zeitung, Buchdruckerei, Buchbinderei, Buch-, Schreib- und Papierhandlung.

 

Nutzung:

  • 1892 Wittkays Hutfabrik
  • 1894 bis 1906 Verlag und Druckerei der Rheinsberger Zeitung
  • Danach Wohnhaus: Anfang 20. Jh. Fischermeister C. Buwert
  • 1921-33 Stadtverordnetenvorsteher Albert Bittkau
  • bis ca. 1947 Schneiderin Minna Röding
  • bis ca. 1980 Schneidermeister Franz Behr
  • Rheinsberger Zeitung als wichtigste Presse für Lokalnachrichten u. amtliche Veröffentlichungen 1884
  • erste Herausgabe zweimal wöchentlich von Fr. Heick
  • 1885 von Martin Schulz
  • 1891 neue Herausgabe durch Bachmanns Buchdruckerei
  • 1893-94 von G. Riebensahm
  • 1894-1906 von Carl Thurmann; danach Weiterführung am Markt 2

 

 

Ratskeller

Foto: Hotel zum Ratskeller, Postkarte um 1910 (Quelle: SGR e.V.)

Vorgängerbau:

  • Nach 1740 als zweigeschossiges Eckhaus errichtet.
  • 1744 prinzlicher Keller als Geschenk des Königs an seinen Kämmerer Michael Gabriel Fredersdorf. Privilegium Fremdausschank & aczisefrei;
  • 1792 Zolldepartement mit Ratsstube und Ratswaage.
  • 1804 Geschenk des Prinzen Ferdinand an die Stadt.
  • 1832 Verkauf an Rudolph Heise; hierbei ein Teil als Rathaus reserviert.
  • 1886 durch Franz Otto Hotel zum Ratskeller;
  • ab 1953 HO-Gaststätte, HO-Kaufhaus und Möbellager;
  • 1969 wegen Einsturzgefahr geschlossen;
  • 1982 abgerissen

berühmte Gäste:

  • 1859 Theodor Fontane,
  • 1860 Adolph Menzel,
  • 1911 Kurt Tucholsky

Neubau:

  • Ratskeller in Plattenbau-Wohnkomplex mit historisierender Fassade integriert;
  • 1984 Grundsteinlegung; 1987 Neueröffnung
  • Restaurant Ratskeller

Amtsgericht mit Polizeigebäude und Gefängnis

Bild: Siegelmarken Magistrat und Amtsgericht (Quelle: SGR e.V.)

Fassade:

  • Nach 1740 vermutlich als Wohnhaus für den Baumeister Johann Georg Kemmeter erbaut.
  • Das zweigeschossige, siebenachsige Fachwerkgebäude gehörte wohl zeitweilig zum benachbarten Kavalierhaus.

Innen:

  • Mit Einzug des Amtsgerichts wurde die ursprünglich kleinteilige Raumstruktur im Obergeschoss für den Einbau von Gerichtssälen aufgegeben.
  • Im rechten Teil entstand ein massiver Archiv- bzw. Tresorraum.

Nutzung:

  • Mitte des 19. Jh. Magistrat und Gerichtskommission;
  • 1879 bis 1952 Sitz des Amtsgerichts mit Polizeibehörde und einem Gefängnis auf dem Hof.
  • Das Polizeigebäude heute als Wohnhaus erhalten;
  • das Gefängnis in den 1980er Jahren abgebrochen.

Kirchen

Rheinsberg St. Laurentius Kirche

Die ursprünglich mittelalterliche Kirche Rheinsberg bestand zunächst aus dem frühgotischen Ostteil und dem nördlichen Sakristei-Anbau. 1568 wurde die Kirche im Westteil mit einem Renaissance-Schiff erweitert. Nach dem Stadtbrand von 1740 erhielt der angebaute Turm sein jetziges Aussehen. Besonders auffällig und sehenswert sind die zahlreichen Verzierungen innerhalb der Kirche. Eine Besonderheit ist der Sandstein-Epitaph von Achim von Bredow, dem Erneuerer der Kirche, und seiner Gemahlin. Auf der Westempore befinden sich zwei bedeutende Orgeln, die Scholtzeorgel von 1767 und die Nußbückerorgel von 1994. Heutzutage finden in der Kirche neben den Gottesdiensten auch Konzerte und Kirchenführungen mit Orgelmusik statt.

Braunsberg Kirche

Die 1734 erbaute Kirche ist ein rechteckiger Fachwerkbau mit Dachturm, der in eine achtseitige Pyramide ausläuft. Ursprünglich wurde die Kanzel im Stil des Barock gehalten, später wurde sie verändert. Die Glocke der Kirche stammt aus dem 18. Jh. . Die Kirche befindet sich in einem sehr guten baulichen Zustand und steht unter Denkmalschutz.

Dierberg Kirche

Die ursprünglich einfache Feldsteinkirche wurde 1716 im Stil des Barock umgebaut. Sie besitzt einen Turm mit achteckiger Helmspitze.

Dorf Zechlin Kirche

Der spätgotische Feldsteinbau besteht aus einem rechteckigen Schiff und einem etwas schmaleren querrechteckigem Westturm. Besonders auffällig ist der durch Blenden geschmückte Ostgiebel aus Backstein. Im Chor befindet sich eine Sakramentsnische.

Flecken Zechlin Kirche

Die zentral gelegene Kirche wurde 1775 im klassizistischen Stil erbaut. Sie beherbergt die letzte Hollenbachorgel aus dem Jahr 1903. Heute wird sie neben Gottesdiensten auch für Konzerte und Ausstellungen genutzt.

Großzerlang Kirche

Die kleine, schlichte geputzte Kirche stammt aus dem Jahr 1708. Die Wetterfahne und die Eisenbeschläge stammen noch aus dem Erbauungsjahr. Die Seitenwände werden von hohen Korbbogenfenstern unterbrochen. Von ursprünglich zwei Glocken ist nur noch die kleinere aus dem Jahr 1736 funktionstüchtig erhalten.

Kagar Kirche

Nachdem die alte Kirche von 1766 verfallen ist, wurde sie 1908 neu erbaut und 1909 eingeweiht. Sie ist eine Saalkirche mit neugotischen Zügen und besitzt einen quadratischen Turm an der Südwestecke.

Kleinzerlang Kirche

Nachdem die alte Kirche von 1784 verfallen ist, wurde sie 1895 neu erbaut. Sie ist eine Saalkirche mit neugotischen Zügen und besitzt einen quadratischen Turm an der Nordseite. Sie beherbergt eine Hollenbachorgel von 1902.

Linow Kirche

1700 wurde diese schlichte Dorfkirche von schweizer Einwanderern im Fachwerkstil errichtet. Sie besitzt große, quadratisch angeordnete Fenster und einen kurzen, quadratischen Kirchenturm mit Pyramidendach.

Wallitz Kirche

1899 wurde diese Backsteinkirche im neuromanischen Stil errichtet. Auffällig ist der zentral in der Apsis eingebaute Okulus.

Zechlinerhütte Kirche

Die neuromanische Saalkirche wurde aus Ziegeln auf einem Feldsteinsockel 1881 errichtet. Deutlich zu sehen ist der Kontrast zwischen den gelben, weißen und roten Ziegelsteinen. Die Decke der halbrunden Apsis zeigt einen prachtvollen Sternenhimmel.

Zechow Kirche

1845 wurde diese neugotische Backsteinkirche als Ersatz für die abgebrannte Fachwerkkirche gebaut. Die Kirche besitzt 3 Glocken von 1847.